Moderner Wanderweg

Das organisierte Wandern ist in den 60. Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden. Damals gegründete Wandervereine haben direkt angefangen die ersten Wanderwege zu markieren. Dabei sind and auch die Markierungssysteme in verschiedenen Ecken Europas entstanden. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde unter „Touristik“ nur Wandern verstanden. Um die Jahrhundertwende kamen auch die Fahrräder, mit welchen man auf befestigten Straßen fahren konnte. Autoverkehr existierte damals noch fast gar nicht. Die Aufschwung der Wanderwege setzte fort – beide qualitativ und quantitativ. Das Radfahren wurde ein Thema in der Zeit der ersten Republik, wann in KČT (damals KČST) die ersten Radfahrer-Gruppen entstanden sind. Trotzdem haben bis Hälfte des 20. Jahrhunderts die Radfahrer die Wanderer auf den Wanderwegen nicht gestört. Von der Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich die Situation verändert. Auf den Straßen war der Verkehr immer dichter und vor allem die Nutzfahrzeuge (Lastwagen und Traktoren)  haben sehr oft in den Wälder und Felder gefahren. Viele Wald- und Feldwege wurden in dieser Zeit geteert. Bei uns wurde die Situation noch mit der Kollektivierung der Landwirtschaft kompliziert. Viele Feldwege, wo früher ein Wanderweg war, wurden in dieser Zeit abgeschafft. Deswegen ist es dazu gekommen, dass bei der nächsten Aufschwung des Wander- und Radwege wurde die Markierung auf die geteerten Wegen konzentriert. In den 90. Jahren, wann Radfahren eine massive Beliebtheit gewonnen hat, entstanden Konflikte zwischen Wanderer und Radfahrer.

Diese Entwicklung war auch in anderen Ländern in der Mitteleuropa sehr ähnlich. In Deutschland hat die Situation Herr Rainner Brämer, Professor der Universität in Marburg, zu dem Gedanke gebracht, Regeln für einen modernen Wanderweg zu schaffen. Moderner Wanderweg sollte interessant sein und Orte mit dem Auto- oder Radverkehr komplett vermeiden. Zugleich sollte der Wanderer aus mind. 75% auf naturnahen (unbefestigten) Wegen gehen. Am besten sind die weichen Erdoberflächen (Grass, Nadeln, unbefestigte Erde) bei harter Oberfläche sollten es Steine oder Felsen sein.  Dazu sollte die Trasse interessante Orte für junge und alte Wanderer oder Familien mit Kindern anbieten, die Ausgangspunkte sollen mit dem öffentlichen Verkehr zugänglich sein oder ein Parkplatz anbieten usw. Selbstverständlich sind auch eine einfache Orientierung an der Trasse und ein übersichtlicher Reiseführer. Die erste Trasse, welche nach diesem Konzept erbaut wurde war ein 42 km langer Wanderweg „Rothaarsteig“ in Rothaar Gebirge (SW Deutschland). Der Weg wurde 2001 geöffnet und wurde schnell unter Wanderer sehr beliebt.

Das Regelsystem wurde dann teilweise von dem Deutschen Wanderverband übernommen. Die Dachorganisation der deutschen Wandervereine hat die Bewertungsparameter bearbeitet und eine eigene Wandernorm für sog. zertifizierte Wanderwege geschaffen. Ab 2004 entstanden mehr als 100 von solchen Wanderwegen (von 50 bis 200 km). Dank der Zertifizierung kam es in Deutschland zu einer Renaissance des Wanderns. Die Europäische Wandervereinigung (EWV, ERA, FERP), welche 56 Wandervereine aus 32 europäischen Ländern vereinigt (seit 1991 auch KČT) hat 2009 angefangen sich mit der Zertifizierung der Wanderwege zu beschäftigen und 2011 wurde eine europäische Norm gebilligt. Ausser Deutschland haben jetzt zertifizierte Wanderwege in Österreich (4), Frankreich (2), eine wird in Dänemark gebaut und angefangen hat bereits auch Polen. Heutzutage handelt sich um ein mitteleuropäisches Phänomen und auch KČT möchte diesen Trend halten. Deswegen haben wir den „Weg entlang Lainsitz“ so projektiert, dass er später mit geringen Veränderungen auch zertifiziert werden kann. In dem Abschnitt von Tábor zu der Mündung in die Moldau haben wir sogar 100% Erfüllung der europäischen Norm gestrebt. Weil die Wege sehr naturnah bleiben müssen, braucht man gute Wanderschuhe und lange Hose.

Wir werden uns sehr freuen, wenn Sie beliebigen Abschnitt der Trasse durchwandern und teilen uns Ihre Anmerkungen mit. Für die Autoren der Trasse und Klub der Tschechischen Touristen hören die Arbeiten nie auf, weil jedes Werk in der Natur sehr empfindlich ist. Wir achten auch darauf, dass das Wandererlebnis ungestört bleibt. Deswegen haben wir auch mit der Verwaltung der südböhmischen Radwege vereinbart, dass der Radweg entlang Lainsitz nicht im Tal führt, sondern oben auf der Talkante.