Etappe II/2A, entlang des Alten Flusses: Třeboň

Třeboň - letecký pohled (© město Třeboň)

Třeboň - letecký pohled

Besichtigung der historischen Stadt.

Einstiegsorte: 

Třeboň:

Mit dem Bus:  Bushaltstelle, Kreuzung TŘEBOŇ (BUS) – direkt an der Trasse
Mit dem Zug:  Bahnstation Třeboň-Lázně. Ab hier kommt man auf die Trasse. Der blauen Markierung nach auf einem Pfad Richtung Marktplatz, Kreuzung TŘEBOŇ (Marktplatz)
Mit dem Zug: Bahnstation Třeboň, Kreuzung TŘEBOŇ (žst/Eisenbahn St.) -  liegt direkt an der Trasse

Wegbeschreibung: 

Kurort (8710 Einwohner), Denkmalschutzzone (seit 1976). Sitz des Naturschutzgebietes Třeboňsko. Ein Region, in der Teichwirtschaft eine hundertjährige Tradition hat. In der Stadt gibt es so viele historische Objekte und  Sehenswürdigkeiten, dass es sich lohnt, den ganzen Tag hier zu verbringen.

Der Anfang der Stadthistorie beginnt in der Mitte des 12. Jh., als die Siedlung auf der grenzüberschreitenden Strecke entstand. Das ganze südböhmische Gebiet erhielt Vítek von Prčice vom König. Vítek ist der erste bekannte Vertreter des Geschlechtes Vítkovci. Ein Teil des Gebiets Třeboňsko gehörte kurze Zeit dem Kloster Zwettl aus Niederösterreich. Danach wurde der sog. Wittingau in 13. Jh. von den Brüdern Pelhřim und Ojíř gekauft. In dieser Zeit wurde Třeboň ein Städtchen, 1341 war die Stadternennung und schon seit 1366 wird der tschechische Name benutzt.  Im gleichen Jahr wurden die Herren aus Rožmberk die Eigentümer von Třebon. Dank ihnen erlebte die Stadt eine starken Aufschwung.  Am Anfang des 16. Jh. kam Unterstützung  von Štěpánek Netolický, einem berühmten Förderer der lokalen Teichwirtschaft, der Teiche nach einem bestimmten System gestaltete: er baute viele Teiche und errichtete den sog. Goldenen Bach. Im Jahre 1551 übernahm Vilém von Rožmberk die Herrschaft. Für seine Dienste hatte er Jakub Krčín von Jelčany gewonnen und seine wirtschaftlichen Reformen (besonders der Bau von Teichen) haben auch Třeboň beeinflusst (ein Teil der Vorstadt wurde unter Wasser gesetzt). Vilém wurde nach seinem Tod von seinem jüngeren Bruder Petr Vok ersetzt,  dem letzten Vertreter dieses Geschlechts. Aus finanziellen Gründen musste er Krumau dem Kaiser Rudolf II. verkaufen und 1600 seinen ganzen Hof nach Třeboň umsiedeln, wo er 1611 starb. Den Besitz hat die Familie Švamberk geerbt. Nach den Ereignissen um die Schlacht am weißen Berg, ist 1620 Petr von Švamberk plötzlich gestorben. Die Herrschaft übernahm Fridrich Falcký. Die kaiserliche Armee griff im gleichen Jahr die Stadt an. Die Stadt  widerstand, aber der Vorort brannte leider völlig aus. Im März 1622 musste die Stadt wegen des drohenden Hungertods der Bevölkerung aufgeben. Das Gebiet wurde konfisziert und Třeboň übernahm der Kaiser. 1660 wurden die Schwarzenberger die neuen Besitzer, die das Gut bis ins 20. Jh. verwalteten. Třeboň blieb auch im 19. Jh. eine stille Stadt ohne größere Industrie.

 In den Jahren 1832–33 wurde in Třeboň ein Theater an der Stelle der früheren Mälzerei gebaut.

1844 spielte hier Matěj Kopecký und im letzten Jahr seines Lebens auch J. K. Tyl. Nach dem ersten Weltkrieg wurde fast der ganze Besitz der Schwarzenberger enteignet und die Stadt wurde zum Kurort umgewandelt.

Im Zentrum von Třeboň liegt ein einzigartiger historischer Gebäudekomplex: die mittelalterliche Befestigung wurde  großenteils erhalten. Um sich besser gegen Angreifer zu wehren, gehörten zum Befestigungssystem auch Teiche, mit deren Hilfe das Gelände bei Bedarf  geflutet werden konnte. Innerhalb der Befestigung sind heute vom Teich Svět schöne Basteien und Stadttore zu besichtigen: Hradecká Tor (gebaut in Jahren 1525 – 1527 als Teil einer verbesserten Stadtbefestigung, das originell „Tor der langen Brücke“ genannt wurde. Der heutige Baubestand ist aus dem Jahr 1875. Im Erdgeschoss der daneben stehenden Schule wurde ein Burggässchen erhalten. Die Gasse führt zum Haus Nr. 26, welches früher als Bastei und Stadtwaffenkammer aus den Jahren 1525–27 (letzter Umbau 1875) diente, Svinenská Tor (ursprünglicher Name war das Dunkle Tor, bildete einen Teil des inneren Befestigungsgürtels, in den historischen Quellen bereits im Jahr 1379 erwähnt. Das Tor wurde in den Jahren 1525 – 1527 von Štěpánek Netolický umgebaut.

Giebel und Graffiti stammen aus dem Jahr 1571. Mit einem Graffito ist auch das Gewölbe im Hausflur geschmückt. Es handelt sich um ein einzigartiges Beispiel südböhmischer Renaissance). Das Novohradská Tor, Teil des zweiten Burggürtels, von Štěpánek Netolický in den Jahren 1525-1527

erbaut. Das Tor hat die Gestalt gotischer Spitzbögen, der Zutritt ist von beiden Seiten durch eine Wand beschränkt). Nördlich des Schlosses befindet sich das Budějovická Tor (ursprünglich Nová Břilická Tor); es wurde von Dominik Cometa von Eckthurn in den Jahren  1605-10 erbaut. Umgebaut aus Kommunikationsgründen im Jahre 1824.)

            Brauerei Regent (Besichtigungen täglich zwischen 11:00 – 17:00 Uhr, immer nach 2 Stunden oder nach Bestellung – Tel. 384 721 319, warme Bekleidung empfohlen, www.pivovar-regent.cz) gegründet im Jahre 1379, neue Brauerei aus den Jahren 1706–1712 (an der Stelle der früheren Waffenkammer, erbaut von 1606–08). Das original barocke Gebäude wurde 1861–66 baulich mit romantischen Elementen verändert.  Der heutige Brauerei-Komplex bildet einen schönen Teil des historischen Zentrums von Třeboň.

Das Rathaus, ursprünglich im Renaissance-Stil aus dem Jahr 1566, wurde mehrmals umgebaut und 1950-52 renoviert. Im Gebäude befinden sich das Museum und die Galerie von Třeboň (Masarykovo nám. Nr. 1, Tel. 724 244 648, www.muzeum-trebon.cz; geöffnet VI.–X., Mo–So, 10–17 Uhr). Die Ausstattung der bürgerlichen Zimmer aus 19. Jh. zeigt das Bild der verlorenen Stadt Třeboň, Bilder von F. Líbal, F. Volf  und J. Kojan. Vom Rathausturm bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die Stadt und Umgebung. Das wertvollste Haus auf dem Platz ist das Haus Nr. 97 „Beim weißen Pferd“ von 1544 und aus der 2. Hälfte des 16. Jh. mit Lauben und interessantem Renaissance-Schild. Interessant ist auch das Haus Nr.89 von Štěpánek Netolický (Gedenktafel) mit Lauben und mit dem Saal, in dem die Spuren des Feuers aus dem Jahr 1562 zu sehen sind. In der Mitte des Stadtplatzes steht die Marien-Säule von 1780 - gegliederter dreieckiger Pylon; St. Vojtěch-, St. Alžběta- und St. Peter-Statue und auf der Spitze die Statue von St. Maria. Neben der Säule gibt es einen zehneckigen steinernen Brunnen von 1569. Das Staatschloss (2002 als kulturelles Denkmal erklärt) – ein original- frühgotischer Sitz, umgebaut im Jahre 1366 gotischen Schloss, erweitert 1456-82 und besonders in den Jahren 1519–24. Nach dem Feuer im Jahr 1562 wurde das Gebäude zum Renaissance-Schloss umgebaut. In den Jahren 1599–1612 (in der Zeit von Petr Vok) wurde das Areal nocheinmal erweitert. Staatschloss (Tel. 384 721 193, www.zamek-trebon.eu) – 3 Besichtigungstrassen: A. Renaissance- Innenräume der Familie Rožmberk, B. Privates Appartement der Schwarzenberger, C. Pferdestall, Hundeküche, Kasematte. Geöffnet - A. + B. IV.–V. und IX.–X. Di – So 9–16, VI.–VIII. 9–17.15 Uhr; C. VII.–VIII. 9–17.15 Uhr.) Das „Haus der Natur“ von Třeboň mit dauerhafter Ausstellung „Landschaft und Leute“ [Schloss 110, Tel.: 384 724 912 (IV.–IX.), 384 721 169 (X.–III.); www.dumprirody-trebonska.cz] – geöffnet Di–So 9–17 Uhr. Ein großer Teil des Schlosses wird vom Staatsarchiv benutzt. Im Schloss hat sich häufig F. Palacký bei seiner Arbeit am Werk „Geschichte des tschechischen Volkes in Böhmen und Mähren“ aufgehalten. 1712 wurde im inneren Schlosshof ein Brunnen gebaut. Der Brunnen hat eine Säule, auf deren Skulptur ein Rabe am Kopf eines Türken pickt. Dieses Symbol wurde auch von  den Schwarzenbergern im Wappen benutzt. – Es soll an den Sieg von Adolf Schwarzenberg über Türken bei Ráb erinnern. Der Schlosspark, von Petr Vok errichtet: geöffnet   

III. 6-18, IV. 6-19, V.-VIII. 6-20, am Wochenende und Feiertage ab 7 Uhr).

            Das Ehemalige Kloster wurde durch die Kanoniker von Sankt Augustin erbaut. Vom gotischen Gebäude aus 1367 blieb teilweise das Gebäude von Abtei mit der St.-Vincenc-Kapelle und ein Kreuzgang mit Fresken übrig. Das Kloster wurde in der Zeit der späten Renaissance renoviert. Der Hauptumbau und die Erweiterung wurde im 17. und 18. Jh. vorgenommen.

Klosterkirche von St. Jiljí und Maria Königin. Am Ende des 14. Jh. wurde die Kirche mit Tafelaltar, Bildern von alten Meistern in Třeboň und mit der Statue „ Madonna mit Kind“, eines der schönsten Werk der tschechischen Bildhauerkunst. Nach dem Feuer im Jahre 1781 wurdeN hier neue klassizistische Gewölbe über dem Presbyterium gebildet. Bauliche Beendigung des Turmes im Jahre 1890. Dekanats-Kirche von Sankt Jiljí und Sankt Maria – Königin (Husova Strasse 142, Tel.: 732 251 103, www.trebon.farnost.cz) mit einem Kreuzflur und Garten mit Brunnen geöffnet während des ganzen Jahres Mo – So um 15 Uhr.

Denkmäler – den Opfern der ersten Weltkriegs gewidmet (K. Gabriel) vor dem Gebäude der Grundschule (J.V. Dušek); auf der Insel im Teich „Svět“ die Statue von Jakub Krčín, in der Nähe das Denkmal von Josef Šusta (J.V.Dušek). Krčínův und Šustův Denkmal: Der bekannteste südböhmische Bezirkshauptmann und Teichwirtschaftler Jakub Krčín von Jelčany und Sedlčany ist in Kolín in der herrschaftlichen Familie mit dem Wappenrecht – Grüner Papagei auf  blauem Schirm geboren. Er hat die Teiche Nevděk (heute Svět) und Rožmberk aufgebaut. Josef Šusta (1835-1914) war ein bedeutender böhmischer Teichwirtschaftler. Seine tiefen theoretischen und praktischen Kenntnisse haben als die Grunderkenntnisse der Wirtschaftszüchtung der Süßwasserfische gedient und werden bis heute in der ganzen Welt gewürdigt.

 Gedanktafeln – von J. K. Tyl an einem Haus in der Tyl-Strasse, wo der Schriftsteller und Schauspieler im Jahre 1852 wohnte; von Václav Březan, dem Chronisten und Archivar der Familie Rožmberk (Haus Nr.118 auf dem Marktplatz); von Jakub Krčín an seinem Haus Nr.15 in der Krčínova Strasse. Unweit befindet sich die erhaltene Synagoge aus 19. Jh. und in der Nachbarschaft das Gebäude der ehemaligen jüdischen Schule.

Auf der Vorstadt von České Budějovice steht die Renaissance-Friedhofskirche St. Alžběta  aus den Jahren 1570–76 mit einem barocken Turm aus dem Jahr 1874. Am Ufer des Teiches Svět südwestlich der Stadt die ursprünglich spät-gotische Friedhofkirche von Sankt Jiljí (umbildet in den Jahren 1574-76) mit einem Turm aus dem Jahr 1776, seit 17. Jh. bis Jahr 1877 diente sie als Schwarzenberger Gruft. Auf dem Hügel befindet sich ein ehemaliges Wasserwerk mit dem Turm im Jugendstil aus dem Jahr 1909 nach dem Projekt von J.Kotěra. Der Öffentlichkeit zugänglich wegen des schönen Ausblicks; sehr empfehlenswert. Unterhalb des Hügels gibt es eine spätbarocke Johann-von- Nepomuk-Kapelle aus den Jahren 1750-56 und die frühbarocke Petr und Pavel Kapelle aus dem Jahr 1646. Nördlich steht die St.-Veit-Kapelle aus dem Jahr 1761, früher mit Einsiedelei.

Nordöstlich der Stadt befindet sich ein jüdischer Friedhof aus dem Jahr 1900.

DieTeichwirtschaft  entstand in Třeboň und Umgebung und hängt mit der Charakteristik des lokalen Bodens und der Landschaft zusammen. Mit dem geplanten Bau der Teiche und der Fischzucht wurde bereits im 14. Jh. begonnen. Die größte Entwicklung fand in der Zeit von Štěpánek Netolický (etwa 1460–1539) und Jakub Krčín aus Jelčany (etwa 1535–1604) statt. Nach dem 30jährigen Krieg wurde die Entwicklung gestoppt. Erst im 18. Jh. begann die Erneuerung des Teichwirtschaft. Josef Šusta (1835–1914), ein tschechischer Hydrobiologe und der Direktor der Teichwirtschaft in Třeboň, erarbeitete ein wissenschaftlich begründetes System, wie Teichwirtschaft zu verbessern sei. Fischbehälter der Třeboň-Fischerei: sichern die Lagerung der Fische das ganze Jahr.  Traditionell im Herbst am meisten ausgelastet. Teil des Areals ist auch eine Verkaufsstelle. Das ganze Jahr geöffnet. Tel: 384 721 488.

Kurort Třeboň: Im Jahre 1883 baute der Lehrer Hucek ein Heil-Institut, indem er den Torf aus der Umgebung nutzte. 1936 wurde der Kurort von der Stadtverwaltung übernommen. Das erste Kurgebäude war Bertas Kurort (tel. 384 754 111, www.berta.cz) bei der Goldenen Rinne. Im Jahre 1975 wurde das neue Sanatorium – Kurbad Aurora (tel. 800 611 009, www.aurora.cz)  am nördlichen Ufer des Svět-Teiches eröffnet. Der Torf  zu Heilzwecken (besonders für den Bewegungsapparat) wird aus dem Waldort Barbora gebracht.

Im Botanischen Institut AV ČR ist eine Sammlung der Wasser- und Feuchtgebiet-Pflanzen zu sehen (Dukelská Str. 135, Tel.: 384 721 156, www.butbn.cas.cz<; Gruppen nach  Absprache), hier werden ca 400 Pflanzenarten gezüchtet, vor allem aus heimischen Abstammung.

            Von Třeboň aus kann man einen 6,5 km langen Ausflug auf den Berg Dunajovciká hora unternehmen. Von hier aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Teichgebiet. Dunajovická hora (504 m) ist ein bewaldeter Gipfel über Dunajovice. Vom Berghang des Waldes hat man einen Ausblick, der zu den besten in  Třeboňs Umgebung gehört: Im Norden sieht man Veselí n.Luž., Choustník, im Osten das Tschechisch-Mährische Hochland. Unweit die barocke St. Kreuz Kapelle aus dem 18. Jh. mit  Brunnen und Kreuzweg (14 Kapellen aus dem Jahr 1885). Pilgerfahrt am 7. Sonntag nach Ostern.

 

 

5

Napište nám, jak se Vám vedení trasy líbilo, zda je vhodně značená, jestli popis obsahuje nějaké nepřesnosti, nebo na co jsme zapomněli. Za Váš komentář předem děkujeme.