Der Fluss Lainsitz

Die Lainsitz fließt auf dem Weg von ihrer Quelle beim österreichischen Karlstift bis zur Mündung in die Moldau beim südböhmischem Ort Týn nad Vltavou durch eine wunderschöne Landschaft. Die Umgebung des Flusses zeigt unberührte Natur, zahlreiche historische Residenzen, Schlösser, Burgen und romantische Burgruinen. Das alles bildet eine einzigartige Wander-Kulisse. Der Wanderer kann entlang der Wanderstrecke Dutzende Sehenswürdigkeiten besuchen und kennenlernen.

Man kann den Fluss in vier charakteristische Abschnitte unterteilen:

  • den österreichischen Abschnitt von der Quelle über die Grenze bis  Chlum u Třeboně, (wir nennen ihn die Junge Lainsitz/Mladá Lužnice),
  • die Obere Lainsitz (Horní Lužnice) von Chlum u Třeboně nach Veselí nad Lužnicí,
  • die Mittlere Lainsitz (Střední Lužnice) von Veselí nad Lužnicí nach Tábor, und
  • die Untere Lainsitz (Dolní Lužnice) bis zur Mündung in die Moldau.

Die Lainsitz entspringt in den Bergen, die auf der österreichischen Seite „Böhmerwald“ und auf der tschechischen Seite Novohradské hory genannt werden.

Die Quelle liegt unweit der tschechischen Grenze; die Lainsitz durchfließt erst auf der tschechischen Seite und dann in Österreich ein tiefes Tal. Ein paar Kilometer hinter der historischen Stadt Weitra verläuft sie auf einer Bergebene bis nach Gmünd, der größten Stadt auf österreichischer Seite. Hier wird die Staatsgrenze nach České Velenice in Tschechien überschritten. In einer unberührten Natur bilden sich hier zahlreiche Mäander, blinde Flussarme und Tümpel.

Das Naturschutzgebiet Obere Lainsitz ist integriert in das Naturschutz-  und Biosphären-Reservat Třeboňsko.

Nach Suchdol nad Lužnicí fließt der Fluss in ein Gebiet, wo im 15. und 16. Jh. ein einzigartiges Werk in Europa geschaffen wurde – ein System von mehr als tausend Teichen, ein Kanal-Netz, zwei künstliche Flüsse – das alles mit dem Wasser der Lainsitz und ihrer Zuflüsse. Ab 2003 steht dieses bedeutende historische und technische Denkmal auf der Warteliste des UNESCO- Welterbes.

An der Lainsitz (Der alte Fluss) wurde im 16. Jh. der größte Teich Tschechiens, Rožmberk (fast 700 ha), erbaut. Für seinen Hochwasserschutz wurde der künstliche „Neue Fluss“ geschaffen. Dieser mündet nach 16 km in den Fluss Nežárka, der in Veselí na Lužnicí mit der Lainsitz  zusammenfließt. Die Landschaft ist hier eben, hinsichtlich der Höhe über dem Meeresspiegel kann man von einer Bergebene sprechen. Das Gebiet ist dicht mit Wäldern bedeckt.

Im mittleren Teil des Stroms (Mittlere Lainsitz) fließt der Fluss durch einige größere Städte mit entwickelter Industrie. Dabei sind auch historische Städte wie Veselí nad Lužnicí, Soběslav und Sezimovo Ústí. Die größte Stadt auf tschechischer Seite ist Tábor, die historische Stadt, die im 15. Jh. Zentrum der Hussiten-Bewegung war.

In Tábor beginnt der Abschnitt der Unteren Lainsitz. Die Landschaft ändert sich hier und der Flusst fließt durch ein tiefes Tal mit Felsen und zwei Burgruinen unterhalb der historischen Stadt Bechyně bis zur Mündung in die Moldau. Die Lainsitz ist deren größter rechtsseitiger Zufluss.

Die Lainsitz hat eine Gesamtlänge von 208 km; ihr Einzugsgebiet erstreckt sich auf 4234 km2, durchschnittlicher Durchfluss ist 24,3 m3/s. Kanufahrer lieben den Fluss als einen der besten tschechischen Flüsse für den Wassersport.